Heidschnuckenherde

Schon gewusst? Der Name „Schnucke“ kommt von „Schnökern“ (Naschen) 

 

Die Heidschnucke ist eine alte Landschafrasse, die von den auf Sardinien und Korsika beheimateten Mufflons abstammen soll. Auf den trockenen Heideflächen der Lüneburger Heide lebt seit langer Zeit die „Graue Gehörnte Heidschnucke“. Ohne unsere tierischen Landschaftshelfer könnten die größten Heideflächen Europas nicht erhalten werden. 

 

Das Schäferhofgelände mit seiner großen Heidschnuckenherde wird vom Verein Schäferhof Neuenkirchen e.V. bewirtschaftet. Der Verein wurde im Jahr 1976 gegründet und kümmert sich um Naturschutz und Landschaftspflege. Für die "Pflege" der Heide sorgen auch die Heideschnucken und Ziegen mit ihrem Verbiss. 

 

Die Herde wurde 2003 zur Herdbuchherde erhoben. Die Herde besteht derzeit aus ca 400 Mutterschafen und jährlich knapp 400 Lämmer. 

 

Davon werden 100 weibliche Lämmer zur Nachzucht benötigt, die als Zutreter nach einem Jahr die Herde auffüllen. Ein Muttertier steht im Schnitt 7 Jahre in der Herde. Die übrigen Lämmer gehen in die Selbstvermarktung. Die Herde braucht 8 Zuchtböcke. Davon werden 2-3 ausgetauscht gegen Jungböcke, die im Sommer auf der Bockauktion in Müden des Verbandes Lüneburger Heidschnuckenzüchter ersteigert werden. 


Noch mehr Wissenswertes über die Heidschnucke: 

 

Die graue gehörnte Heidschnucke ist ein Wildschaf und stammt – wie oben beschrieben - vom Mufflon Sardiniens und Korsikas ab. Sie ist in beiden Geschlechtern gehörnt, bei den Widdern formt sich das Gehörn zur Schnecke. Die Heidschnucke ist sehr genügsam und frisst das trockene Heidekraut, sowie alles was am Wegrand wächst. Sie versteht es, den dürftigen Pflanzenbewuchs der Heide voll zu nutzen. 

 

Die Heidschnucken gehören zu den Gemischtwollrassen. Die Wolle ist etwas kratzig, das grobe Grannenfell schützt aber vor Witterungseinflüssen.  Im Mai werden die Tiere geschoren. Ein Mutterschaf ergibt bei der Schur etwa 1,2 - 1,5 kg Wolle, jedoch hat die Wolle heute keinen Wirtschaftswert mehr. Die Lämmer werden das erste Mal Mitte August geschoren. 

 

In die Heide zieht die Herde vorwiegend im Spätsommer und Herbst, um während der Heideblüte die Spinnweben, in denen sich die Bienen verfangen, zu zerreißen. Zum Abend hin zieht die Herde aus der Heide in den Pferch oder in den Stall, um eine Überdüngung der Heiden zu vermeiden. Die Heidschnucke als Wiederkäuer benötigt Ruhezeiten. Die anspruchslose "Schnucke" ist der norddeutschen kargen Heide und Moorlandschaft gut angepasst. Schnucke kommt von Schnökern, das ist Neugier- und Abwechslungsfraß. 

 

Eine Heidschnucke kann bis zu 12 Jahre alt werden. Der Umtrieb in einer Herde von 320 bis 350 Tieren liegt bei 5 Jahren. Ein Jungbock deckt etwa 25-30 Tiere, ein Altbock 40-60 Tiere. Die Tragezeit der Muttertiere dauert 150 Tage. Das Lamm, bei der Geburt noch schwarz, wiegt etwa 4,5 kg. Ab der zweiten bis dritten Woche beginnt das Lamm feste Nahrung zu sich zu nehmen und wird damit zum Wiederkäuer. Das Gewicht schlachtreifer Jährlinge beträgt etwa 30-35 kg, das der Muttertiere um die 45 kg. Böcke wiegen etwa 80 kg. Das Fleisch hat einen besonderen feinen wildartigen Geschmack. Es gibt Muttern, Lämmer, Jährlinge, Zutreter und Böcke. Merzen sind die Tiere (Muttern), die aus der Herde wegen Nichtträchtigkeit aussortiert werden. Im Frühjahr kann die Herde mit den Lämmern bis zu 1000 Tiere betragen.